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Archiv (2017–2007)

Detektion der obstruktiven Uropathie und Erhebung der seitengetrennten Nierenfunktion mit zwei funktionellen Magnetresonanzurographie-Verfahren

Zeitschrift: Nuklearmedizin
ISSN: 0029-5566
DOI: https://doi.org/10.3413/Nukmed-0833-16-06
Ausgabe: 2017 (Vol. 56): Heft 1 2017 (1-54)
Seiten: 39-46
Ahead of Print: 2016-08-29

Detektion der obstruktiven Uropathie und Erhebung der seitengetrennten Nierenfunktion mit zwei funktionellen Magnetresonanzurographie-Verfahren

Ein Vergleich mit der Nierensequenzszintigraphie bei Säuglingen und Kindern

P. Genseke (1), J. M. M. Rogasch (1), I. G. Steffen (1), G. Neumann (1), I. Apostolova (1), J. Ruf (2), A. Rißmann (3), D. Wiemann (4), U.-B. Liehr (5), M. Schostak (5), H. Amthauer (1, 6), C. Furth (1, 6)

(1) Department of Radiology and Nuclear Medicine, University Hospital Magdeburg, Otto-von-Guericke University Magdeburg, Magdeburg, Germany; (2) Department of Nuclear Medicine, Faculty of Medicine, University of Freiburg, Freiburg, Germany; (3) Malformation Monitoring Centre Saxony-Anhalt, Medical Faculty, Otto-von-Guericke University Magdeburg, Magdeburg, Germany; (4) Department of Paediatrics, University Hospital Magdeburg, Otto-von-Guericke University Magdeburg, Magdeburg, Germany; (5) Department of Urology, University Hospital Magdeburg, Otto-von-Guericke University Magdeburg, Magdeburg, Germany; (6) Department of Nuclear Medicine, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Germany

Stichworte

obstruktive Uropathie, fMRU, Nierensequenzszintigraphie, CHOP fMRU Tool, ImageJ MRU Plug-in, renal transit time

Zusammenfassung

Ziel: Nach der Detektion einer obstruktiven Uropathie (OU) basiert die Indikation für oder gegen eine chirurgische Intervention v. a. auf der seitengetrennten Nierenfunktion (DRF). In der Studie wurde die funktionelle Magnetresonanzurographie (fMRU) mit der Nierensequenzszintigraphie (DRS) in der Beurteilung von OU und DRF verglichen. Methoden: Retrospektive Studie mit 30 Kindern (weiblich: 16; männlich: 14, medianes Alter: 5,5 Jahre [0,2–16,5]) unterteilt in Gruppe A (Alter: 0–2 Jahre; n = 16) und B (> 2–17 Jahre; n = 14). Die fMRU wurde mittels „renal transit time“ (RTT) und „volumetric DRF“ im CHOP fMRU Tool (CT) und ImageJ MRU Plug-in (IJ) ausgewertet. Die Korrektheit zur OU-Detektion wurde mit der DRS (Referenzstandard) in ROC-Analysen mittels Area under the curve (AUC) verglichen. Eine konkordante DRF lag bei Abweichung von fMRU und DRS ≤ 5 % vor. Ergebnisse: Die DRS bestätigte eine fixierte OU in 4/31 Nieren (12,9 %) in Gruppe A. Die AUC für CT betrug 0,94, für IJ 0,93. In Gruppe B zeigte sich eine fixierte OU in 1/21 Nieren (4,8 %) mit AUCs von je 0,98 für CT und IJ . Weder für CT noch für IJ lag die RTT < 1200 s bei bestätigter fixierter OU – der negative prädiktive Wert lag somit bei je 1,0. In Gruppe A maßen CT und DRS die DRF in 81,3 % der Nieren konkordant, IJ und DRS in 75,0 %. In Gruppe B waren CT und DRS in 91,7 % konkordant, IJ und DRS in 45,8 %. Schlussfolgerung: Die fMRU konnte eine fixierte OU bei Säuglingen und Kindern unabhängig von der verwendeten Software zuverlässig ausschließen. Allerdings zeigte die fMRU-DRF Abweichungen von der DRS, besonders im wichtigen Alter bis 2 Jahre. Insgesamt kann die fMRU die DRS nicht vollständig als vorrangige funktionelle Bildgebung ersetzen. Wenn sie doch, aus klinischen Gründen, an erster Stelle erfolgt und eine fixierte OU nicht ausschließen kann, sollte eine DRS zur Validierung und DRF-Bestimmung folgen.