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Archiv (2017–2007)

Prävalenz von Schilddrüsenfunktionsstörungen bei älteren Menschen in Deutschland –

Zeitschrift: Nuklearmedizin
ISSN: 0029-5566
DOI: https://doi.org/10.3413/Nukmed-0852-16-10
Ausgabe: 2017 (Vol. 56): Heft 1 2017 (1-54)
Seiten: 9-13
Ahead of Print: 2017-01-26

Prävalenz von Schilddrüsenfunktionsstörungen bei älteren Menschen in Deutschland –

Eine Screening-Studie in einem Land mit endemischer Struma

F. A. Verburg (1, 2), I. Grelle (1), K. Tatschner (3), C. Reiners (1), M. Luster (2)

(1) University of Würzburg, Department of Nuclear Medicine, Würzburg, Germany; (2) University Hospital Marburg, Department of Nuclear Medicine, Aachen, Germany; (3) Center for Geriatric Rehabilitative Medicine “Arbeiterwohlfahrt”, Würzburg, Germany

Stichworte

Altersmedizin, Papillon-Initiative, diffuse Struma, noduläre Struma, Schilddrüsenfunktionsstörung

Zusammenfassung

Ziel: In einer Reihenuntersuchung von Menschen im Erwerbsalter lag die Prävalenz von morphologisch fassbaren Schilddrüsenveränderungen bei 33,1 %. Es ist nicht bekannt, ob die Prävalenz nach Eintritt ins Rentenalter weiter zunimmt. Die vorliegende Studie zielte darauf ab, festzustellen, ob die Zunahme der Prävalenz von morphologischen und funktionellen Schilddrüsenerkrankungen bei älteren Bürgern über das Arbeitsleben hinaus weiter ansteigt. Methoden: Es wurden 223 Teilnehmer in einer Einrichtung für geriatrische Rehabilitationsmedizin rekrutiert. Bei allen Patienten wurden eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt, die Serumwerte von Schilddrüsenhormonen und Schilddrüsenautoantikörpern sowie die Jodausscheidung im Urin untersucht. Ergebnisse: Das mediane Schilddrüsenvolumen betrug 17 ml (Spannbreite 4–41 ml) bei Männern und 16 ml (Spannbreite 0,4–73 ml) bei Frauen. 27/59 (46 %) der männlichen (medianes Alter [Spannbreite]: 77 [58–87] Jahre) und 85/139 (61 %) der weiblichen (medianes Alter [Spannbreite]: 77 [52–97] Jahre) Studienteilnehmer, d.h. insgesamt 112/198 (57 %) der Bewohner, wiesen morphologische Auffälligkeiten der Schilddrüse auf. Es war kein eindeutiger altersbedingter Anstieg festzustellen. Bei 85 % der Studienteilnehmer ohne Schilddrüsenbehandlung in der Vorgeschichte war die Schilddrüsenfunktion normal. Bei 12 % lag eine subklinische Schilddrüsenüberfunktion vor, 1 % zeigte eine biochemisch manifeste Hyperthyreose. Bei 2 % wurde biochemisch eine Schilddrüsenunterfunktion nachgewiesen. Tg-Antikörper waren bei 10 (5 %) und TPO-Antikörper bei 18 (9 %) der Patienten erhöht. Die mediane Jodausscheidung lag bei 129 µg/l. Bei 41,5 % der Patienten lagen die Jodausscheidungswerte unter 100 µg/l, wohingegen nur 7 % der Patienten einen schweren Jodmangel mit einer Ausscheidung von unter 50 µg/l aufwiesen. Schlussfolgerung: Im Vergleich zu einer zuvor beschriebenen Gruppe im Erwerbsalter hat sich die Prävalenz der morphologischen Schilddrüsenerkrankungen über das Alter von 65 Jahren hinaus nicht weiter erhöht. Störungen in der Schilddrüsenfunktion waren bei diesen Studien-Patienten mit ausreichender Jod-Versorgung relativ selten.

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